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Sozialkontakte

Kanarienvögel haben ein angeborenes Sozialverhalten und brauchen den Kontakt mit Artgenossen. Andere Vogelarten und auch Menschen können diesen Kontakt nicht ersetzen. Kanarienvögel dürfen deshalb nicht alleine gehalten werden.

Erinnern wir uns: Während des Winterhalbjahrs leben die wilden Artgenossen der Kanarienvögel in Schwärmen, während der Brutzeit und Jungenaufzucht leben sie paarweise. Werden sie in menschlicher Obhut einzeln gehalten – was früher durchaus gebräuchlich war –, zeigen die Tiere Verhaltensstörungen. Sie picken beispielsweise andauernd an dieselbe Stelle. Es kann sogar sein, dass sich ein Vogel selbst pickt und sich dabei verletzt.

Bedenken Sie: Jede Art von Verhaltensstörung ist ein Hinweis auf eine unzureichende Haltung und darauf, dass ein Tier leidet.

Es stimmt zwar: Die Beziehung zwischen Kanarienvogel und Mensch ist enger, wenn ein Kanarienvogel einzeln gehalten wird. Aber beachten Sie: Ein einzeln gehaltener Kanarienvogel gibt sich nicht deshalb so intensiv mit den Menschen ab, weil er das will, sondern weil er keine andere Wahl hat. Er sucht vergebens den sozialen Kontakt zu einem Artgenossen. Findet ein Kanarienvogel keinen anderen Partner, nimmt er aus Not einen Menschen als Ersatzpartner. Von Gesetzes wegen ist es vorgeschrieben, mindestens zwei Tiere der gleichen Art zu halten. Tiere einer anderen Art ersetzen Artgenossen nicht. Sollte übrigens eines von zwei Tieren sterben, und möchten Sie kein neues Tier dazukaufen, dann ist es besser, das einzelne Tier in eine andere Kanarienvogelgruppe abzugeben.

Wenn Sie mehrere Männchen halten, kann es vorkommen, dass sie sich während der Brutzeit nicht vertragen. Das Problem stellt sich weniger, je grösser das Kanarienvogelheim ist, je mehr Versteckmöglichkeiten (z.B. Pflanzen) es aufweist und desto besser sich die Tiere so ausweichen können. Mehrere Männchen sollen Sie daher nur in einer genügend grossen Voliere halten, in der jedes sein Revier abstecken kann. Wenn einzelne Tiere aggressiv werden und alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, ist es am besten, sie vorübergehend voneinander zu trennen.

Kanarienvögel lassen sich meist problemlos mit gewissen anderen Vogelarten halten. Voraussetzung dafür ist eine geräumige Voliere. Für die Vergesellschaftung eigenen sich verwandte Vogelarten wie Girlitze, Distelfinken oder Prachtfinken besonders gut. Dabei muss man aber immer mindestens zwei Vögel pro Art halten. Nicht empfehlenswert ist eine Vergesellschaftung mit grösseren Sittichen und allgemein mit Papageien. Vögel dieser Arten attackieren Kanarienvögel häufig.

Fachkontakt: info@bvet.admin.ch

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